Die Kaffeekooperative Cafecauca: Terroir, Gemeinschaft und Excelso EP im Tassenprofil

Die Kaffeekooperative Cafecauca: Terroir, Gemeinschaft und Excelso EP im Tassenprofil

Parameter Spezifikation
Herkunft Cauca, Popayán, Kolumbien
Erzeuger Cooperativa de Caficultores del Cauca (gegr. 12.12.1961)
Anbauhöhe 1.600–2.200 m ü. NN
Böden Vulkanisch geprägt
Aufbereitung Washed Process, 18–36 h Fermentation, Zielfeuchte 10–11 %
Klassifizierung Excelso EP, Siebgröße 15+
Aromaprofil Milchschokolade, Nougat, Mandel, Haselnuss, helle Zitrusakzente
Körper Mittel

Kaffee als Perspektive für die Menschen in Cauca

Cauca gehört zu den bedeutenden Kaffeegebieten Kolumbiens. Die Region rund um Popayán ist geprägt von steilen Andenhängen, kleinbäuerlichen Betrieben und einer langen Geschichte des Kaffeeanbaus. In diesem Umfeld entstand 1961 die Cooperativa de Caficultores del Cauca, kurz Cafecauca.

Die Genossenschaft bündelt die Produktion zahlreicher Kleinbauern und schafft Strukturen, die für einzelne Betriebe allein kaum zugänglich wären: Aufbereitung, Qualitätskontrolle, Vermarktung und der Zugang zu internationalen Märkten.

Gerade in den von Konflikten geprägten Teilen der Region hat der Kaffeebau eine Bedeutung, die über den Rohstoff selbst hinausgeht. Landwirtschaftliche Produktion schafft eine legale Einkommensperspektive und kann damit eine Alternative zu illegalen Anbauformen wie Koka bieten.

Manuel Bustos vom Indigenenrat CRIC fasst diesen Zusammenhang prägnant zusammen:

„Jeder Hektar Kaffee ist einer weniger für Drogen.“

Cafecauca verbindet diese wirtschaftliche Funktion mit Bildungs- und Entwicklungsprogrammen. Auch die stärkere Einbindung von Frauen in die Wertschöpfungskette gehört zu den Ansätzen, mit denen die ländlichen Strukturen langfristig gestärkt werden sollen.

Das Terroir: Kaffee aus den Hochlagen der Anden

Die Kaffees von Cafecauca stammen aus Höhenlagen zwischen etwa 1.600 und 2.200 Metern. Die Parzellen liegen an den Hängen der kolumbianischen Anden, wo die Nächte deutlich kühler sein können als die Tage.

Diese Bedingungen verlangsamen die Reifung der Kaffeekirschen. Zusammen mit den vulkanisch geprägten Böden entstehen Voraussetzungen für Kaffees mit ausgeprägter Süße, strukturierter Säure und einem differenzierten Aromaprofil.

Im Tassenprofil zeigt sich der Kaffee eher elegant als laut. Milchschokolade und Nougat bilden die süße Basis. Dazu kommen Mandel und Haselnuss. Eine helle Zitrusnote erinnert an Zitrone oder Limette und bringt Frische in den mittleren Körper.

Das Ergebnis ist kein Kaffee, der ausschließlich über intensive Fruchtnoten funktioniert. Seine Stärke liegt vielmehr in der Balance zwischen Süße, Nussigkeit und lebendiger Säure.

Washed Process: Klarheit durch kontrollierte Aufbereitung

Der Kaffee von Cafecauca wird im Washed Process aufbereitet. Nach der Ernte werden die Kirschen entpulpt und die Bohnen anschließend fermentiert.

Die Fermentation dauert je nach Charge etwa 18 bis 36 Stunden. Danach werden die Bohnen gewaschen und getrocknet. Für die Trocknung kommen Hochbeete beziehungsweise Sonnenpatios zum Einsatz. Bei feuchter Witterung kann die Trocknung in geschützten Bereichen fortgesetzt werden.

Ziel ist eine stabile Restfeuchte von etwa 10 bis 11 Prozent. Erst wenn die Bohnen ausreichend getrocknet sind, werden sie für die weitere Aufbereitung und den Export vorbereitet.

Der gewaschene Prozess passt dabei gut zum Charakter dieses Kaffees: Er unterstützt ein klares, strukturiertes Tassenprofil und lässt die natürliche Süße und Säure des Ursprungs deutlich hervortreten.

Was bedeutet Excelso EP?

Eine weitere wichtige Bezeichnung für diesen Kaffee lautet Excelso EP.

Excelso beschreibt zunächst eine Größenklasse des kolumbianischen Exportkaffees. Die Bohnen entsprechen dabei mindestens der Siebgröße 15, also ungefähr 6 Millimetern.

EP steht für European Preparation. Dazu werden Defektbohnen, Bruchgut und Fremdkörper aussortiert.

Das Ergebnis ist ein gleichmäßigeres Rohkaffeebild und damit eine bessere Ausgangsbasis für die Röstung. Wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen physischer Klassifizierung und sensorischer Qualität: Excelso EP sagt etwas über Größe und Sortierung des Rohkaffees aus, aber nicht automatisch über dessen Cupping Score.

Die Qualität entsteht erst aus dem Zusammenspiel von Herkunft, Varietät, Anbau, Ernte, Aufbereitung, Sortierung, Lagerung und Röstung.

Zwischen Schattenbäumen und Andenhängen

Der Kaffeeanbau in Cauca findet häufig in klein strukturierten landwirtschaftlichen Systemen statt. Schattenspendende Bäume können dabei eine wichtige Rolle spielen. Sie schützen den Boden vor direkter Sonneneinstrahlung und Erosion und schaffen Lebensräume für Pflanzen und Tiere.

Solche Agroforstsysteme sind gerade in den steilen Hochlagen der Anden relevant. Gleichzeitig können sie helfen, das Mikroklima rund um die Kaffeepflanzen zu stabilisieren.

Wo Kaffee unter ökologischen Bedingungen produziert und entsprechend zertifiziert wird, kommen zusätzlich die Vorgaben der jeweiligen Bio-Zertifizierung hinzu. Bio ist dabei kein Synonym für Schattenanbau, sondern eine formell geprüfte Produktionsweise mit definierten Anforderungen.

Von den Jesuiten bis Juan Valdez: Kolumbiens lange Kaffeegeschichte

Kolumbiens Verbindung zum Kaffee reicht mehrere Jahrhunderte zurück. Im 18. Jahrhundert verbreitete sich die Kaffeepflanze im Land; die ersten dokumentierten Exporte reichen bis 1808 zurück.

Mit der Gründung der Federación Nacional de Cafeteros de Colombia (FNC) im Jahr 1927 entstand eine zentrale Organisation für die Interessen der Kaffeebauern. International wurde das Bild des kolumbianischen Kaffees später besonders durch die Marke und Werbefigur Juan Valdez geprägt, die ab 1958 aufgebaut wurde.

Heute steht kolumbianischer Kaffee längst nicht mehr nur für ein einheitliches Geschmacksbild. Regionen wie Cauca zeigen, wie unterschiedlich sich die Ursprünge innerhalb des Landes präsentieren können.

Cafecauca steht dabei für einen Ursprung, bei dem geografische Bedingungen, kleinbäuerliche Strukturen und genossenschaftliche Organisation zusammenkommen.

Cafecauca Kaffee aus Cauca

Milchschokolade, Nougat und Nussnoten treffen auf eine helle Zitrusfrische: Der Kaffee aus Cauca verbindet die typische Süße kolumbianischer Hochlandkaffees mit einer klaren, lebendigen Säure.

Hinter dem Kaffee steht zugleich eine Genossenschaftsstruktur, die Kleinbauern Zugang zu Aufbereitung, Qualitätsmanagement und internationalen Märkten ermöglicht.

Cafecauca verbindet damit einen klaren Ursprung im Tassenprofil mit einer genossenschaftlichen Struktur, die Kleinbauern Zugang zu Verarbeitung, Qualitätsmanagement und internationalen Märkten ermöglicht.

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